Donnerstag, 4. Juli 2013

Gold und Silber - jetzt kaufen?

Wenn man sich die aktuelle Entwicklung des Goldpreises ansieht, dann könnte man glauben, dass der Preis des Edelmetalls bald schon neue Tiefen erreichen könnte. Nach einem Höchststand von rund 1920 US-$ je Unze, ging es mit dem Preis wieder bergab – auf inzwischen rund 1350 US-$. Auch der Silberpreis steht seit über einem halben Jahr massiv unter Druck: Vom Höchststand im Oktober 2012 (rund 35 US-$ je Unze) fiel der Preis auf nunmehr noch rund 22 US-$. Ein Wertverlust von knapp 40%.


Allerdings muss man bedenken, dass die Preise nicht unbedingt die realen Verhältnisse widerspigeln, zumal der Hauptteil des Handels auf "Papiergold" beruht. Während Anleger (und Spekulanten) Haufenweise ihr Papiergold loswerden wollen, boomt die Nachfrage nach phyischem Gold. Sowohl diverse Notenbanken (z.B. Russland) als auch private Goldkäufer (v.A. Inder und Chinesen) treiben die physische Nachfrage nach dem gelben Edelmetall nach oben.



Aber auch in Europa erfreut sich das Gold in Form von Barren und Münzen größter Beliebtheit bei den privaten Anlegern. Kleinere Summen werden hingegen auch in Silber investiert, wobei es sich (zumindest für Österreicher) noch in diesem Jahr lohnt, in die benachbarte Bundesrepublik zu fahren, da derzeit noch der günstigere Mehrwertsteuersatz gilt. Doch damit wird es 2014 vorbei sein.

Grundsätzlich sollte man jedoch bedenken, dass es als "Kleinanleger" und "Kleinsparer" nicht viel Sinn hat, mit den Edelmetallen zu spekulieren. Gold und Silber kauft man, damit man es hat. Sozusagen als absoluter Notgroschen, denn für die beiden Edelmetalle bekommt man immer etwas (wenngleich auch keine Zinsen oder Dividenden) – ganz im Gegensatz zu den diversen bedruckten Zetteln (Geldscheine, Banknoten, Aktien und Anleihen), welche eigentlich nur eine Art von Zahlungsversprechen darstellen, allerdings jederzeit auf ihren "inneren (Papier-)Wert" fallen können.

Aus diesem Grund könnte man durchaus sagen, dass es momentan angesichts der fallenden Preise ein guter Zeitpunkt dafür wäre, etwaigen Geldreserven etwas mehr Glanz zu verleihen. Wer weiß schon, wie lange das europäische "System Bankenrettung" noch funktioniert, und wie lange das Versprechen von den "sicheren 100.000€" noch zu halten sein wird. Immerhin sitzen die europäischen "Bad Banks" auf rund 1 Billion Euro an Müllderivaten, wie die DWN berichteten.



Ich persönlich halte es in Sachen Gold (und Silber) da doch sehr ähnlich wie Nikolaus Jilch, welcher in seinem hervorragenden Blog "Goldjournal" auf der Webpräsenz der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" die perfekte Gleichung aufstellt: Gold + Licht = Glanz. Allerdings sehe ich darin eben auch ein hervorragendes Wertaufbewahrungsmittel. Immerhin rosten Gold und Silber nicht, sie können nicht beliebig vermehrt werden, und egal wie der Marktpreis auch gerade liegt: Wenn es unbedingt nötig ist, dass man etwas Geld braucht, bekommt man immer einige Scheinchen dafür. Egal ob auf den Scheinchen dann Schilling, Euro, Dollar, Franken oder Yen steht.

Mein persönliches Fazit: Wer es sich leisten kann, sollte die günstigen Preise dafür nutzen, einen Teil seiner Ersparnisse in Gold und Silber anzulegen. Nicht um damit zu spekulieren, sondern um sich ein kleines, sicheres Finanzpolster anzulegen, welches immer einen gewissen Wert behält. Und wenn man es nie braucht, freuen sich zumindest die Erben, welche darin dann hoffentlich auch eine glänzende finanzielle Notreserve sehen.

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