Donnerstag, 18. Juli 2013

Mittwoch, 17. Juli 2013

Bestseller: Kann Erotik Sünde sein?

Erotikromane und erotische Geschichten erfreuen sich bei der Leserschaft großer Beliebtheit. Und das eigentlich völlig zurecht: In einer Zeit, in der die Zahl der Singles immer weiter zunimmt, steigt auch das Bedürfnis nach erotischer Unterhaltung. Da ist das "Kopfkino" doch ungleich besser als die abstumpfenden pornographischen Darstellungen der Filmindustrie.

Dennoch hat die erotische Literatur ein sogenanntes "Schmuddelimage", obwohl die Erotik wie auch die Sexualität ein Teil unseres Lebens sind. Ohne sie würde es uns Menschen heute nicht mehr geben. Da wirkt es schon ein wenig schizophren, wenn dieser Teil des Lebens öffentlich immer mit dem moralischen Zeigefinger bedacht wird, während andererseits die Nachfrage nach entsprechenden Büchern oder Filmen ungebrochen hoch ist.



Auf dem ersten Platz der Amazon-Bestsellerliste bei den Neuerscheinungen vom Juli findet sich hierbei der Dritte Band der Crossfire-Reihe: Crossfire - Erfüllung, welcher angesichts der angekündigten Erweiterung der ursprünglich geplanten Trilogie auf nunmehr fünf Teile bei einem Teil der Leserschaft umstritten ist. Maya Banks Roman Breathless - Geheime Lust findet sich gleich danach in der Topliste wieder. Der zweite Teil der sinnlich-romantischen Trilogie wird von den Rezensenten in höchsten Tönen gelobt, und auch eine Freundin war sehr begeistert von dieser knisternden und fesselnden Geschichte.

Fazit: Erotik ist keine Sünde, sondern ein Teil unseres Lebens. Wenn wir sie auch lernen zu akzeptieren. Gerade die erotischen Romane können hierbei dazu beitragen, die Phantasie wieder etwas anzuregen, anstatt sich von vorgefertigten Bildern aus dem Bildschirm leiten zu lassen.



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Montag, 15. Juli 2013

Offenbarung 23 - Verschwörung oder Realität?

Wenn ich letztes Jahr nicht darauf aufmerksam gemacht worden wäre, hätte ich wohl etwas verpasst: Offenbarung 23 - Wohl eines der besten Hörspiele (wenn nicht gar das beste) in Sachen Verschwörungstheorien überhaupt (Danke dafür, Nele!). Es basiert auf dem Roman Machiavelli - das erste Buch der Offenbarung 23 von Jan Gaspard, und sorgt für äußerst interessante Einblicke in die Welt der Verschwörungen, Abenteuer und Geheimdienste.



Verfolgt man die Geschichte von Anfang an, so wird man immer tiefer in die Geschehnisse rund um den Hacker "Tron", den Rapper "2Pac Shakur" und den Protagonisten Georg Brandt hineingezogen. Da sieht man gerne auch darüber hinweg, dass einzelne Folgen der Reihe nicht jene Spannung aufbauen können, welche man ansonsten gewohnt ist. Immerhin hängt die ganze Geschichte zusammen.

Egal ob es sich hierbei um den Untergang der Titanic, den Mord an J.F. Kennedy (John F. Kennedy: Biographie), den Geheimbund "Gladio" (siehe auch: Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung), den Mithraskult, oder den 11. September 2001 (9/11) handelt - die Macher dieses Hörspiels haben sich sehr große Mühe damit gegeben, eine umfassende Geschichte darüber zu erzählen. Eine Geschichte, die so verschwörungstheoretisch und dennoch schlüssig ist, dass man manche Aspekte beinahe schon für Wahr halten könnte.



Verschwörung oder Realität? Nach einigen Folgen ist man sich da nicht mehr so ganz sicher...



Amazon: Keine Erotik mehr in den Kindle-Charts?

Entweder gab es zu viele Beschwerden eher konservativer Kunden, oder der große Online-Buchhändler Amazon möchte kein "Schmuddelimage" erhalten - anders lässt sich die Auslistung von Erotikromanen aus den regulären Kindle-Verkaufscharts nicht erklären. Dabei stürm(t)en die E-Books aus diesem Segment regelmäßig die Top-10. Nach wie vor zu finden sind diese scheinbar verpönten Bücher jedoch in den allgemeinen Bücher-Charts und den Erotik-Charts.



Ein tolles Beispiel hierfür ist das Buch "Crossfire. Erfüllung: Band 3 Roman", welches gleich nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der Verkaufscharts sprang, und kurz darauf aus der Liste (welche bei Kindle-Readern auf der Startseite eingebunden ist) entfernt wurde. Selbst die recht beliebte Erotikreihe "Shades of Grey" musste sich aus der allgemeinen Bestsellerliste verabschieden. Allerdings wurde diese Auslistung nicht konsequent betrieben. Manche Erotikromane (wie z.B. Fesselnde Liebe - Teil 1) finden sich dort nach wie vor.



Der "Weltbild-Verlag" hatte kürzlich sämtliche homoerotischen Romane gänzlich aus dem Sortiment genommen, da diese wohl gegen die "christliche Weltanschauung" verstößt, welche laut den "Grundpfeilern der Unternehmenskultur" vertreten wird:

Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab.
Interessanterweise ist die erotische (und sexuell explizite) Literatur davon nicht betroffen, obwohl sich diese eigentlich auch gegen die angeblich vertretenen "christlichen Werte" wenden. Hier stellt sich für mich die Frage, ob diese Bestseller aus rein monetären Gründen noch dort zu finden sind. Wenn Bücher viel Umsatz bringen, sind die Unternehmenswerte wohl nur noch nebensächlich. Das ist meiner Ansicht nach schon irgendwie geheuchelt.

Dafür bietet Amazon zumindest in den Kategorien Tipps für Lesben und Tipps für Schwule entsprechende Literatur (von Ratgebern hin zu Romanen) an. Ganz unverklemmt und ohne religiöse Vorurteile.




Dienstag, 9. Juli 2013

Buchtipps: Nordlande

Die karge Welt des europäischen Nordens brachte uns nicht nur die Wikinger, welche weite Teile Europas mit ihren Drachenbooten erkundeten, sondern auch eine interessante literarische Welt der Mythen, Sagen und Märchen.



Als besonders wertvolles Erbe gilt die Edda (Edda: Kommentierte Neufassung und Die Edda als E-Book), welche nicht nur die nordische Götterwelt erklärt, sondern auch Teile der Nibelungensaga umfasst. Doch auch die mythologisch ausgeschmückte Ynglingasaga (Die Sage von den Ynglingen: Das Buch der schwedischen und norwegischen Jarle und Die Sage von den Ynglingen als E-Book) bietet uns einen aufschlussreichen Einblick in das religiöse und kulturelle Selbstverständnis der Nordvölker.

Nicht zu vergessen die nordische Märchenwelt: Im Buch Nordische Märchen: Alte und neue Märchen aus dem wilden Norden finden sich vorwiegend norwegische Geschichten, während das Buch Nordische Märchen mehr auf die isländische Märchenwelt eingeht. Man merkt bei vielen Geschichten, dass sie sich im Erzählstil deutlich von den deutschen Märchen unterscheiden, was sie für Märchenfreunde durchaus interessant macht.

Ein kleiner Leckerbissen für die Freunde der germanischen Mythologie und der Runen ist hierbei auch noch das Buch Weisheit der Ahnen: Vom Runenzauber der Alten Sitte, welches einen Einblick in die Herkunft, die Bedeutung und die Anwendung der germanischen Schrift- und Sinnzeichen bietet.

Aktuell: Der Zusammenbruch des "arabischen Frühlings"

Die Hoffnungen hinsichtlich einer demokratischen Revolution in den arabischen Ländern werden nach und nach enttäuscht. Zu unterschiedlich sind die oppositionellen Gruppen, welche oftmals lediglich in der Ablehnung der herrschenden politischen Kaste ihre Gemeinsamkeiten finden.
Auch Jahre nach dem Ende der Regierung Saddam Husseins kommt beispielsweise der Irak - trotz der Stationierung von Besatzungstruppen - nach wie vor nicht zur Ruhe. In Tunesien brodelt es immer noch, Algerien wird nur durch den alternden Konsenspräsidenten zusammengehalten, Libyen ist ein anarchistisches Stammesland, und in Ägypten wurde die islamistische Regierung vom Militär weggeputscht.
Für das seit Jahren vom Bürgerkrieg heimgesuchte Syrien dürfte da nach dem Sturz Assads auch kein anderes Ergebnis zu erwarten sein.



Im Buch Der Aufstand: Die arabische Revolution und ihre Folgen erklärt der Experte der arabischen Welt, Volker Perthes, die Hintergründe und Auslöser für diese Aufbruchstimmung in diesen Ländern. Hierbei zieht er auch einen ergänzenden Bogen zum Iran und zu Israel, welche in der Politik dieser Länder eine wichtige Rolle spielen. Ergänzend dazu bietet sich das Buch Demokratie im Islam: Der Kampf für Freiheit und Toleranz in der arabischen Welt von Gudrun Krämer an, welches als hervorragendes Werk zum besseren Verständnis zu den innerislamischen Diskussionen über die Vereinbarkeit von Scharia und Demokratie beitragen kann. Auch wenn die protestantische Sichtweise ab und an durchschimmert, kann man durchaus neue Erkenntnisse über die demokratischen Prozesse in den islamischen Ländern gewinnen.

Zum Verständnis über die aktuelle Situation in Syrien empfiehlt sich das Buch Brennpunkt Syrien: Einblick in ein verschlossenes Land (HERDER spektrum) von Kristin Helberg. Sie lebte jahrelang in Syrien und kennt Aspekte und Eigenheiten, welche vielen anderen ausländischen Journalisten verborgen bleiben.

Wie es in diesen Ländern weitergeht, ist kaum zu sagen. Zu viele Aspekte und regionale Eigenheiten spielen im Nahen Osten und dem Maghreb eine bedeutende Rolle. Dennoch bieten diese Bücher zumindest eine informative Erweiterung des Horizonts an, wenn es um den "arabischen Frühling" und die arabisch-islamische Welt geht.





Sonntag, 7. Juli 2013

Wahlkampf: Parteien & Politiker in der literarischen Kritik

In wenigen Wochen ist es soweit: Deutschland wählt (trotz fehlendem gültigen Wahlgesetz hinsichtlich der Überhangsmandate) einen neuen Bundestag. Ganze 38 Parteien dürfen sich demnach um einen Einzug in den Berliner Reichstag bemühen - wenngleich auch nur wenige Parteien eine realistische Chance haben werden, ihre Vertreter nach Berlin zu entsenden. Damit die Wahl nicht so zur Qual wird, möchte ich hier einige Bücher vorstellen, welche eventuell einige hilfreiche Tipps und Hintergrundinformationen bieten können.


Den aktuellen Umfragen zufolge, dürfte die CDU (gemeinsam mit der CSU) wieder die stärkste Partei werden. Bundeskanzlerin Merkel erfreut sich scheinbar weiterhin einer vergleichsweise großen Beliebtheit, wenngleich es durchaus einige - zurecht - kritische Stimmen hinsichtlich ihrer Form der politischen Führung gibt.



Der Autor Stephan Hebel (langjähriger Redakteur der "Frankfurter Rundschau") rechnet im Buch Mutter Blamage: Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht scharf mit der Bundeskanzlerin ab. Er zeigt darin auch deutlich auf, wie sehr sich die aktuelle Regierungspolitik unter der Federführung Merkels der Interessen der Lobbyisten unterwirft, um eine neoliberale (oder besser: neokonservative?) "marktkonforme Demokratie" zu schaffen.

Auf den zweiten Platz der Wählergunst (wenn man die Nichtwähler mal außen vor lässt) dürfte auch dieses Jahr wieder die SPD kommen. Ob der kantige Peer Steinbrück die richtige Wahl für den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten ist, darf bezweifelt werden. Als Arbeiterpartei dürfte eine Profilierung angesichts der inzwischen doch recht konservativ anmutenden Wirtschaftspolitik kaum mehr möglich sein. Auch wenn man versucht, in Wahlkampfzeiten die Differenzen zur Union aufzuzeigen - seit der Agenda 2010 unter Schröder und Fischer scheint dies kaum mehr glaubwürdig zu sein.

So zeigt sich dennoch, wie aufreibend die Wahlkämpfe für viele Politiker sind: Für viele Wochen sind die Terminkalender voll, Freizeit gibt es kaum mehr, und das Privatleben spielt in dieser Zeit die zweite Geige. Wie durchgeplant und dennoch oft chaotisch diese Zeit verläuft, zeigt Frank Stauss in seinem sehr aufschlussreichen Buch "Höllenritt Wahlkampf - Ein Insider-Bericht". Hier finden sich umfangreiche und ehrliche Einblicke in die Wahlkämpfe. Direkt, manchmal auch etwas hart und provokativ, aber immer wieder mit humorvollen Einlagen. Eine absolute Kaufempfehlung für Jungpolitiker und jene Menschen, die gerne etwas mehr über die Hintergründe von Wahlkämpfen wissen möchten.



Platz drei dürfte bei der Wahl 2013 wohl an die Grünen gehen, welche damit sowohl die FDP als auch die Linke überholen würden. Sie könnten es angesichts der aktuellen Umfragen sogar schaffen, bei einem Scheitern der Liberalen neben der SPD als einzig möglicher Koalitionspartner für die Union zu sein. Schwarz-grün klingt zwar seltsam, dennoch ist dieses Koalitonsbündnis auch auf Bundesebene durchaus denkbar.



Während die nächsten Wochen vor allem für die FDP eine Zitterpartie darstellen, könnte die erst kürzlich gegründete eurokritische Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) durchaus in den Bundestag einziehen. Zwar weisen die offiziellen Wahlumfragen meistens nur um die 3% für die Protestpartei auf - in diversen Onlineumfragen hingegen erklimmt die AfD immer wieder den zweistelligen Bereich. Der Publizist Ernst Hagen hat sich intensiv mit dieser Partei und ihren führenden Köpfen auseinandergesetzt, und in seinem Buch "Alternative für Deutschland oder Alternative gegen Deutschland" eine interessante und kritische Zusammenfassung erstellt, welche die späteren Entwicklungen beinahe in seherischer Qualität vorgezeichnet hat.


Zum Abschluss möchte ich noch auf mein Buch "Demokratie statt Parteiendiktatur" verweisen, welches als Plädoyer für eine transparente und offene Demokratie verstanden werden soll. Eine Abkehr vom herrschenden Parteienstaat mit einem stärkeren Persönlichkeitswahlrecht und einer neuen demokratischen Kultur.






Samstag, 6. Juli 2013

Vier Bücher zur totalen Überwachung: PRISM - Tempora - Snowden

Wer denkt, die Stasi wäre schlimm gewesen, hat durchaus recht. Die modernen Überwachungsmethoden hingegen eröffnen den diversen Geheimdiensten jedoch immer weitere Möglichkeiten, sich tief in das Privatleben der Menschen einzuklinken. Die heutige Informationsgesellschaft in Kombination mit immer ausgefeilteren Computerprogrammen macht es möglich.
Wie sehr dieses Thema die Menschen bewegt, zeigen die Verkaufszahlen jener Bücher, die sich mit dieser brandheißen Thematik auseinandersetzen. Nicht umsonst sind einige Auflagen schon beinahe ausverkauft (wobei es bei manchen Büchern auch noch E-Book Versionen gibt).
Aus diesem Grund möchte ich Ihnen vier besonders interessante Bücher vorstellen, welche einen umfassenden Einblick in die staatliche und kommerzielle Überwachungstätigkeit bieten.


Buchtipp #1: Das Ende der Privatsphäre: Der Weg in die Überwachungsgesellschaft


Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, zeigt in diesem 256 Seiten starken Buch auf, wie sehr unser Umgang mit persönlichen Informationen im "World Wide Web" dazu führt, dass wir immer gläserner werden. Nicht nur diverse Unternehmen sind an diesen Datensätzen interessiert, sondern auch die Regierungen. Angeblich zum Schutz vor Terrorismus. Die Wahrheit dürfte jedoch viel banaler sein: Eine Gesellschaft die weiß, dass sie beinahe lückenlos überwacht wird, begehrt nicht auf.
Fazit: Auch wenn dieses Buch nun schon beinahe 4 Jahre auf dem Markt ist, so hat es angesichts der aktuellen Überwachungsskandale nichts an Aktualität eingebüßt.

Meine Bewertung: (F)lauschige 9 von 10 Überwachungslauschern.







Buchtipp #2: Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte


Eine sehr informative 176 Seiten umfassende Streitschrift wider die Aushöhlung der Freiheits- und Datenschutzrechte von Ilija Trojanow und Julia Zeh, welche zu mehr Sensibilität im Umgang mit dem Schutz der Privatsphäre ermahnt. Mit dem angeblichen "Schutz vor Terrorismus" haben die Überwachungsmaßnahmen nämlich nichts zu tun - vielmehr geht es hierbei um die Kontrolle über die Bürger.
Fazit: Mit überzeugenden Fakten zeigt dieses Buch den Weg der westlichen Welt (inklusive Deutschlands) in den totalen Überwachungsstaat auf, welcher die Methoden der Stasi weit in den Schatten stellen.

Meine Bewertung: Informative 9 von 10 Aktenvermerken.





Buchtipp #3: Ausgespäht und abgespeichert: Warum uns die totale Kontrolle droht und was wir dagegen tun können



Wer setzt die Grenzen für die staatlichen (aber auch privaten) Überwachungsmaßnahmen? Das Recht? Ach, woher denn! Die technischen Möglichkeiten sind es. Nach der Lektüre dieses Buches hat man das Gefühl, dass inzwischen der Grundsatz "Macht bricht Recht" gilt. Auch in unseren scheinbar demokratischen Rechtsstaaten.
In diesem Buch entführen uns die Autoren in die reale Welt der alltäglichen Überwachungsmaßnahmen, zeigen jedoch auch Möglichkeiten auf, wie man sich zumindest teilweise davor schützen kann. Ganz entziehen kann man sich angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten ja nicht mehr.
Fazit: Auch wenn das Buch nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, so ist es nach wie vor höchstaktuell und äußerst informativ. Vor allem könnte das Datenschutzmanifest - wie es ein Rezensent auf Amazon richtig sagt - als Anleitung für den Gesetzgeber dienen, endlich ein umfassendes Datenschutzgesetz zu beschließen.

Meine Bewertung: Wache 10 von 10 Argusaugen.





Buchtipp #4: Der Krieg im Dunkeln: Die wahre Macht der Geheimdienste. Wie CIA, Mossad, MI6, BND und andere Nachrichtendienste die Welt regieren.


Der Bestsellerautor Udo Ulfkotte hat mit diesem Buch (derzeit leider nur als E-Book verfügbar) einen neuen Schlager gelandet, welcher die Rolle der Geheimdienste schonungslos aufdeckt. Rund 400 Seiten geballt mit spannenden Informationen, Hintergründen und Erklärungen, die sich sonst kaum in einem Werk in dieser Konzentration finden lassen. Nicht umsonst musste er sich schon ganze 6 Hausdurchsuchungen wegen angeblichem Geheimnisverrat gefallen lassen.
Fazit: Schlagen Sie zu, so lange dieses Buch noch auf dem Markt ist! Wer weiß, wann  der große Zensor zuschlägt. Diese Menge an Hintergrundinformationen zu den Geheimdiensten und einiger ihrer Methoden erhalten Sie so schnell nicht wieder.

Meine Bewertung: Goldene 10 von 10 Augen.




Freitag, 5. Juli 2013

Fünf Bücher zur Krise: Analysen - Fakten -

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hält Europa nun seit einigen Jahren fest im Griff, und die europäischen Regierungen scheitern offenbar daran, einen passenden Weg zu Wachstum und Beschäftigung zu finden. Doch anstatt sich auch einmal Gedanken über alternative Möglichkeiten zu machen, wird in der ökonomischen Mottenkiste gegraben - Veraltete Rezepte für neue Probleme.
Doch einige Autoren haben sich Gedanken über die Ursachen der aktuellen Krise, und den passenden Lösungsansätzen gemacht. Die - meiner Ansicht nach - interessantesten Bücher möchte ich Ihnen hier gerne vorstellen. Für weitere Buchvorschläge bin ich natürlich immer zu haben. :-)

Buchtipp #1: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich zeigen in diesem 381 Seiten starken Buch auf Basis von Fakten deutlich auf, wie die breite Masse der Weltbevölkerung von einer verhältnismäßig kleinen Clique der Finanzoligarchie ausgenommen wird. Egal ob es sich um die Ursachen der aktuellen Krise im eigentlichen Sinne handelt, oder auch die Probleme des derzeit herrschenden Geldsystems: Zahlen, Daten und Fakten, sowie eine nüchterne Analyse inklusive Fazit zeichnen dieses Buch aus.
Fazit: Wer dieses Buch gelesen hat, wird auch die täglichen Nachrichten und Zeitungsmeldungen mit ganz anderen Augen betrachten. Nicht umsonst zählt dieses Buch auch zu den "Spiegel Bestsellern".

Meine Bewertung: Summende 10 von 10 Fleißbienchen.



Buchtipp #2: Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld


Tja, unser "Mr. DAX", Dirk Müller, hat nicht nur mit seinen "Cashkurs-Büchern" echte Knaller auf den Buchmarkt geworfen, sondern mit dem neuen Werk "Showdown" noch einen echten Bestseller nachgelegt. Kaum jemand versteht es besser, die spröde Wirtschaftswelt anschaulich und klar verständlich darzulegen wie er.
Fazit: Wollen Sie wissen, wie es zur Krise in den USA und kurz darauf in Europa kam? Möchten Sie die Hintergründe aus dem Mund (besser: aus der Feder) eines echten Experten erfahren? Sind Sie daran interessiert, welche Lösungsmöglichkeiten es für Deutschland und Europa gibt? In diesem exzellenten Buch finden Sie auf 272 Seiten geballte Informationen die Ihren Horizont erweitern und die Augen öffnen.

Meine Bewertung: Verdiente 10 von 10 Indexpunkten.





Buchtipp #3: Der Niedergang des Westens: Wie Institutionen verfallen und Ökonomien sterben



Der Harvard-Professor Niall Ferguson versucht in diesem 208 Seiten umfassenden Werk aufzuzeigen, warum "der Westen" wirtschaftlich immer mehr an Boden verliert. Meiner Ansicht nach auch absolut schlüssig. Dadurch, dass Ferguson lediglich die ökonomische Komponente betrachtet, fehlt zwar ab und an auch der Blick auf andere Bereiche, dennoch sollte dieses Buch durchaus als Ergänzung der Perspektiven wahrgenommen werden.
Gerade durch den Fokus auf die USA und Großbritannien ergibt sich ein weiteres Blickfeld, zumal die meisten deutschsprachigen Autoren ihren Fokus auf Deutschland und die Eurozone werfen. Den Eurokritikern liefert Ferguson jedoch durchaus Argumente, wenngleich dies bei den angelsächsischen Autoren keine Seltenheit ist.
Fazit: In Sachen Problemanalyse ein sehr aufschlussreiches Buch mit anderen Blickwinkeln, wenngleich wirkliche Lösungsansätze weitestgehend fehlen, und die Leser damit wohl eher zum selbstständig denken angeregt werden sollen. Dennoch ein Manifest für die freie Marktwirtschaft und den Rückzug des Staates.

Meine Bewertung: Verdiente 8 von 10 Angelsachsen.




Buchtipp #4: Der nächste Kalte Krieg: China gegen den Westen



Wird das Reich der Mitte über- oder unterschätzt, wenn es um die zukünftige wirtschaftliche und politische Rolle der "größten Werkbank der Welt" geht? Der ausgewiesene China-Experte und Mitarbeiter des "Manager Magazins", Wolgang Hirn, malt in diesem 288 Seiten starken Werk ein düsteres Zukunftsszenario für die westlichen Industriestaaten.
Fazit: Gerade im Hinblick auf die aktuelle weltwirtschaftliche und -politische Situation, und die zu erwartenden künftigen Entwicklungen kommt man um dieses Buch fast nicht herum, wenn man sich auch ein Gesamtbild verschaffen möchte. Immerhin erfolgen die Investitionen Chinas in Afrika und Lateinamerika nicht aus selbstlosen Motiven heraus. Ganz im Gegenteil: Das ressourcenhungrige Land sichert sich mit den Abermilliarden an Dollars jenen Nachschub, den es für den weiteren Ausbau der wirtschaftlichen und militärischen Infrastruktur braucht.

Meine Bewertung: Satte 10 von 10 Glückskeksen.



Buchtipp #5: Die Euro-Bombe


Wilhelm Hankel dürfte vielen Menschen in Deutschland ein Begriff sein. Immerhin gehört er zu jenen Ökonomen, die als deklarierte Euro-Gegner gegen die Euroeinführung klagten. Zudem gilt er als überzeugter Kritiker des herrschenden Schuldgeldsystems.
In diesem Buch versucht der renommierte Ökonom und Unterstützer der "Alternative für Deutschland" eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie man diese Euro-Bombe entschärfen kann. Meiner Ansicht nach sogar sehr nachvollziehbar und überzeugend. Wer hier plumpe Anti-Euro-Rhetorik erwartet, wird jedoch enttäuscht werden. Hankel besticht in diesem Werk mit einer Sachlichkeit, welche man in so manch anderem eurokritischen Buch immer wieder vermisst.
Fazit: Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für die "Euroretter" werden, damit sich diese auch mit tatsächlichen Alternativen auseinandersetzen können, welche nicht nur auf Sparen, Steuererhöhungen und Bankenrettungspakete beruhen.

Meine Bewertung: Klimpernde 10 von 10 Münzen.





Buchtipp zum Wochenende: Sklaven ohne Ketten

Sklaven ohne Ketten: Die Bürger als Gefangene, die alle vier Jahre ihre Wärter wählen




Zuerst einmal die Kurzbeschreibung des Autors:


Kurzbeschreibung

Es gibt eine Realität hinter der Märchenwelt für die Öffentlichkeit und jeder muss sich entscheiden, ob er weiter an den Weihnachtsmann und den Osterhasen, an Rechtsstaatlichkeit und Demokratie glauben will, oder ob er die Wahrheit hinter den Kulissen verträgt:

• Ist die Privatsphäre noch geschützt oder steht den Behörden alles offen, so dass sie die positiven Lebensdaten löschen und nur Negatives über eine Person heranziehen und so jedem jede Straftat anhängen können?
• Dürfen die Geheimagenten befreundeter Nationen in Deutschland die Menschen und Firmen abhören und Widersacher ermorden, ohne dafür belangt zu werden?
• Beauftragten die USA über NATO, GLADIO, BND und Verfassungsschutz das Wiesn-Attentat 1980 und die NSU-Morde?
• Was haben die Geheimdienste zu verheimlichen? Was hat es mit dem Tod von Herrhausen, Buback, Barschel, Möllemann und Haider wirklich auf sich?
• Ist Deutschland noch eine Demokratie oder doch eher eine totalitäre Plutokratie, ein Polizeistaat mit eingeschränkter Meinungsfreiheit?
• Ist Deutschland ein souveränes Land oder ein zum Plündern freigegebenes Finanzgehege, in dem die Bürger mithilfe des Staates von kriminellen Soziopathen in Nadelstreifen abgezockt werden?
• Informieren die Medien frei, unabhängig, offen und ehrlich oder betreiben sie Volkser-ziehung und gezielte Desinformation?
• Arbeitet die Justiz in Deutschland noch fair und rechtsstaatlich oder ist sie ein von der Politik gesteuertes Panoptikum für Showprozesse?
• Warum zahlt der Exportweltmeister Deutschland trotz immer höheren Steueraufkommens immer niedrigere Renten, und warum verarmen hier immer mehr Menschen?
• Warum nimmt die Lebensqualität im Westen trotz immer besserer höherer Produktivität immer weiter ab?
• Wohin verschwinden die deutschen Steuermilliarden? Gibt es da immer noch versteckte Reparationszahlungen? Was hat Deutschland die letzten Jahrzehnte an andere Länder gezahlt?
• War die DDR bei der Wende wirklich so marode oder eine starke Industrienation, die zugunsten westlicher Firmen abgewickelt wurde?
• Ist Hauseigentum in Deutschland sicher oder können Immobilien von Banken und Gerichten unter vorgeschobenen Gründen enteignet werden?
• Wird die deutsche Politik vom Ausland abgehört, kontrolliert und manipuliert, von wem und wie?
• Wie wird es weiter gehen, gibt es einen roten Faden?

Mein Fazit zu diesem Buch:

Wer bislang noch an Freiheit und Gerechtigkeit innerhalb unseres Systems glaubt, sollte sich dieses über 600 Seiten zählende Werk einmal durchlesen. Karlheinz Krass deckt mit seinen umfangreichen Recherchen unzählige Fehlentwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt auf, welche durchaus zu Gänsehautmomenten führen können. Auch wenn manche Bereiche wie beispielsweise die Grundgesetz-Verfassungs-Problematik der Bundesrepublik nicht angesprochen werden.
Alles nur Verschwörungstheorie? Absolut nicht! Mit Hilfe von einer Vielzahl an Quellenangaben hält dieses Buch sämtliche Versprechungen ein, und dürfte auch die meisten Erwartungen sogar noch übertreffen. Die 8,65€ für 620 Seiten knallharter Information sind auf jeden Fall sehr gut angelegt, zumal man nach der Lektüre erkennt, wie sehr man von den Massenmedien hinters Licht geführt wird wenn es um wirklich wichtige Hintergrundinformationen geht.
Hierfür gibt es von mir ganze 9,5 von 10 Warnglöckchen

Donnerstag, 4. Juli 2013

Leseprobe: "Raus aus dem Euro - Rein ins Vergnügen?"

Hier ein Auszug meines Buches "Raus aus dem Euro - Rein ins Vergnügen?"




DIE ÖFFENTLICHEN SCHULDENBERGE
ALS URSACHE?

„Du kannst deine Schulden nicht mit Tränen bezahlen.“
Jüdisches Sprichwort

Die derzeitige Eurokrise wird in den Nachrichten und den Zeitungen oftmals auch als Staatsschuldenkrise bezeichnet. Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit, zumal das marode Bankensystem und die spanische Immobilienkrise auch ihren Beitrag dazu geleistet haben. Dennoch spielt die öffentliche Verschuldung eine bedeutende Rolle in diesem Spiel. Welche, das möchte ich in diesem Kapitel erläutern. Hierbei gehe ich auf die unterschiedlichen Aspekte ein, und hoffe, dass Sie sich danach auch ein umfassendes Bild über die aktuelle Situation, die Entwicklungen und die Auswirkungen machen können.

Wie wir immer wieder in unseren Medien vernehmen, wird die jährliche staatliche Neuverschuldung (wie auch die gesamte öffentliche Verschuldung) immer in Prozent des Bruttoinlandsproduktes angegeben. Wenn man es jedoch genau nimmt, ist dieser Vergleich völlig unsinnig. Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie zu ihrer Hausbank gehen um einen Kredit (z.B. für ein Auto oder die Wohnungseinrichtung) aufzunehmen. Dabei geben Sie jedoch nicht Ihr monatlich verfügbares Nettoeinkommen als Grundlage für ihre Finanzkraft zur Deckung der monatlichen Raten an, sondern ihr Bruttoeinkommen plus Arbeitgeberanteile. Also all das, was Ihr Arbeitgeber für Sie an Lohnkosten ausgibt. Was denken Sie, wird die Bank darauf eingehen? Ich denke nicht.

Aber genau so wirkt der ständig gemachte Vergleich der öffentlichen Nettokreditaufnahme mit dem gesamten Bruttoinlandsprodukt. Dabei ist es doch deutlich sinnvoller, die Defizite (oder Überschüsse) mit den laufenden öffentlichen Einnahmen (Steuern und Abgaben) zu vergleichen, denn das ist die Summe, die dem Staat tatsächlich zur Verfügung steht.



Wie man anhand der Grafik oben sieht, erscheint das Saldo der staatlichen Haushalte im Vergleich zur jährlichen Wirtschaftsleistung oftmals nicht gerade sehr hoch. Die 3% Haushaltsdefizit in Österreich (vom BIP) sehen im Vergleich zu den verfügbaren Geldmitteln aus Steuern und Abgaben mit 6,8% Anteil schon bedeutend schlimmer aus. Noch extremer sind die Fälle von Griechenland, Spanien und den USA, da diese eine vergleichsweise niedrige Steuer- und Abgabenquote aufweisen: Während die Neuverschuldung 2012 in diesen Ländern bei 6,6 (GR), 10,2 (ES), bzw. 8,5% (USA) des BIP lag, betrug sie im Vergleich zu den Staatseinnahmen 18,3 (GR), 30,6 (ES), bzw. 33,7% (USA).


Natürlich gibt es auf Amazon noch die Möglichkeit, mit einem "Blick ins Buch" einige weitere Seiten zu lesen. Dieses Buch ist sowohl als Taschenbuch (um nur 7,29€) und als E-Book (um nur 2,87€) erhältlich.

Leseprobe: “Willkommen in der EUdSSR”

Nachfolgend ein Auszug aus meinem Buch "Willkommen in der EUdSSR", welches als Taschenbuchund als E-Book erhältlich ist.





Im Würgegriff der Lobbyisten

„Lobbyist . . . das ist ein ganz guter Beruf für einige tausend Menschen in Brüssel.“
Dr. Fritz Koppe
Wussten Sie, dass alleine in Brüssel rund 15.000 Lobbyisten als solche registriert und tätig sind? Darunter fallen jedoch nicht nur die Vertreter von Verbänden, die im öffentlichen Interesse handeln (z.B. Gewerkschaften, Umweltschutzorganisationen, Lebensmittelwächter und dergleichen), sondern hauptsächlich die Vertreter von Konzernen und kapitalstarken Branchen.
Das personelle Verhältnis zwischen den Vertretern im öffentlichen Interesse und jenen der Konzerne und Branchen beträgt hierbei etwa eins zu fünf. Die Lobbying-Gruppe der chemischen Industrie (CEFIC) beschäftigt  in Brüssel etwa 150 Personen. Die Automobil-Lobby wird derzeit auf über 75  Vollzeit-Lobbyisten alleine in Brüssel  geschätzt. Lobbyisten für Finanzdienstleistungen, Energie und Pharmaindustrie sind unter den am  stärksten vertretenen Sektoren. Brisant ist hierbei die Tatsache, dass vor allem die Finanzlobby seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise ihre personellen und finanziellen Ressourcen deutlich aufgestockt hat, um eine stärkere Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte zu verhindern. Bislang durchaus mit Erfolg, wie man anhand der als „Eurorettung“ deklarierten Bankenrettung deutlich erkennen kann.
In Sachen finanzieller Ressourcen sieht die Lage noch dramatischer aus: Die Lobbyisten der unzähligen Konzerne und Branchenvertreter können durch ihre verfügbaren Geldsummen viel leichter dazu beitragen, dass ihre Wünsche „gehört“ werden. Zwar möchte ich den EU-Kommissaren nicht direkt unterstellen, dass sie korrupt sind – aber wo geeignete demokratische und transparente Kontrollmechanismen fehlen, ist leider auch zu viel möglich. Man muss sich nur einmal vorstellen, man wäre selbst EU-Kommissar, oder direkter Mitarbeiter eines Kommissars mit Einfluss auf die politischen Entscheidungen. Nun kommt ein Konzernlobbyist (z.B. Pharma oder Agrarchemie) her und bietet einem nach Beendigung der Amtszeit oder des Dienstverhältnisses – natürlich unter Beachtung einer gewissen Wartezeit – einen gut bezahlten Job in der Branche an. Zum Beispiel einen Sitz in einem Aufsichtsrat, oder irgendwas im mittleren Management ohne viel Verantwortung. Ganz zu schweigen von den vielen bezahlten Geschäftsessen, diversen Urlaubsreisen, Freizeitaktivitäten – und das für ein paar Zeilen Text in einer neuen EU-Verordnung. Wer würde da schon wirklich nein sagen?
Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, ein anonymes Konto mit einer hohen Geldsumme als Einlage auf den Cayman-Inseln oder sonst einem Eldorado für „steuerschonende Geldanlagen“ anzulegen, und dann im Tausch für passende Formulierungen die Kontokarte auf den Tisch zu legen. Hier eine Million, da eine Million, und der von Champagner und Kaviar getränkte Lebensabend ist auch gesichert. Plus Pensionszahlungen von der Europäischen Union natürlich.
Eine brisante Tatsache, welche unbedingt erwähnt werden muss: 6 der 13 Kommissare, welche die Europäische Kommission 2010 verlassen hatten, waren in Berufe im Privatsektor gewechselt, die zumindest potentiell zu massiven Interessenkonflikten mit ihrer bisherigen Tätigkeit in der Europäischen Kommission führen könnten.
Schon während der ersten Amtszeit von Kommissionspräsident José Manuel Barroso gab es zahlreiche Skandale – zum Beispiel als Barroso auf der Yacht eines griechischen Milliardärs Urlaub machte, dessen Firma später die Zustimmung der Kommission für ein beachtliches staatliches Förderungspaket erhielt. Oder als der ehemalige Handelskommissar Peter Mandelson persönlich die EU-Entscheidung traf, Importzölle für das gigantische Unternehmen eines befreundeten russischen Oligarchen aufzuheben.  Dann war da noch ein hochrangiger Beamter der Handelsabteilung der Kommission, welcher überführt wurde, weil er angeboten hatte, wirtschaftlich sensible Informationen im Austausch für entsprechen hohe finanzielle Gegenleistungen durchsickern zu lassen. Und dann war da noch ein Lobbyist für Microsoft und Pfizer, welcher Sonderberater der Kommissarin für Konsumentenschutz, Meglena Kuneva, wurde. Nichts davon hatte zu Änderungen in den Ethik-Regelungen der Kommission geführt. Die EU-Kommission macht einfach weiter wie bisher, ohne dass die Medien oder die Öffentlichkeit etwas dagegen unternehmen würden.
Zwar wurde nach den diversen Skandalen rund um ehemalige EU-Kommissare ein (zahnloses) Reglement geschaffen, welches die sogenannten „Drehtüren“ zwischen der Tätigkeit bei der Europäischen Kommission und dem Wechsel in die Privatwirtschaft einschränken sollte, an der geübten Praxis änderte dies jedoch nichts. Wie zuvor auch schon, scheinen die EU-Kommissare in der Hinsicht keine Skrupel zu kennen. Hauptsache die Kasse stimmt.
Und so konnte auch der frühere EU-Kommissar für Industrie und Unternehmen, Günter Verheugen (erst FDP, dann ab 1982 SPD), nach dem Ausscheiden aus der Europäischen Kommission problemlos ein eigenes EU-Lobbying-Beratungsunternehmen – die „European Experience Company“ – gründen. Die Dienstleistungspalette des „Beratungsunternehmens“ umfasst die Lobbyingberatung und ein aktives Engagement zur Beeinflussung von Entscheidungsprozessen in Brüssel. Und wenn man sich die Lebensläufe der ehemaligen Kommissare ansieht, wird man immer wieder fündig.
Auch wenn die Presse immer wieder solche Skandale aufdeckt und die europäische Öffentlichkeit gegen den Brüsseler Selbstbedienungsladen Sturm läuft, hat sich in all den Jahren nichts geändert. Warum sollte es das auch? Einfacher kann man sich nicht innerhalb weniger Jahre ein ordentliches Vermögen „verdienen“.
Wie sonst ist es zu erklären, dass Agrarmultis wie Monsanto oder DuPont über die Lobbyorganisation „European Seed Association“ (ESA) quasi die Blaupause für die heftig umstrittene Saatgutverordnung durchsetzen konnten? Eine Verordnung, welche lediglich im Interesse dieser Konzerngiganten liegt, während weder die Landwirte noch Gärtner oder Privatpersonen davon in irgend einer Weise auch nur ansatzweise profitieren? Diese Patente in Kombination mit dem erschwerten Handel von alten Saatgutsorten (mittels hoher Kosten für die Lizensierung) durch diese EU-Verordnung würde dazu führen, dass die europäische Landwirtschaft vollkommen von den Agrarmultis abhängig wäre. Sie müssten sich jedes Jahr wieder neues Saatgut kaufen, da das gentechnisch veränderte Saatgut von Monsanto & Co nicht keimfähig ist: Das ist ein Teufelskreis der Abhängigkeit. Die neuen Regelungen bedrohen seltene und bäuerliche Sorten. Alte Sorten sind besonders gefährdet, da der freie Tausch von Saatgut durch die neue Gesetzeslage unter Strafe gestellt werden könnte, und der Kauf von Registrierungslizenzen teuer sein wird. Das schadet Kleinbauern, regionalen Erzeugern, Konsumenten und der Vielfalt. Für die Europäische Union hingegen bringt dies eine neue Einnahmenquelle und den Konzernen neue Möglichkeiten, ihr Oligopol zu stärken.
Wie sonst ist es zu erklären, dass bei der Verordnung zur Privatisierung der Wasserversorgung Lebensmittelkonzerne wie Nestlé an der Formulierung mitarbeiten konnten, so dass das Ergebnis die zukünftige kommunale und regionale Wasserversorgung der Bevölkerung massiv bedroht? Es gibt jetzt schon weltweit unzählige Beispiele, in denen Konzerne wie beispielsweise Nestlé oder Coca Cola (um bekannte Firmen zu nennen) massiv in den Grundwasserhaushalt eingreifen, oder die diversen privaten Wasserversorgungsunternehmen nach der Übernahme kommunaler Betriebe diese systematisch ruinieren, während die Menschen für die schlechtere Wasserqualität auch noch deutlich mehr bezahlen dürfen. Dies zeigen auch diverse Berichte aus Portugal und Spanien deutlich auf, zumal viele Kommunen dort auf das Geld aus der Privatisierung angewiesen waren.
So sagte EU-Kommissar Barnier noch 2012: „Die Euro-Zone muss für 2012 mit Nullwachstum rechnen, elf Prozent der Menschen sind arbeitslos […] Brauchen wir deshalb nicht einen funktionierenden Binnenmarkt, in dem unsere Unternehmen Chancen haben, die zehn Mal größer sind als auf ihrem nationalen Markt?“ Der französische EU-Kommissar will deshalb das Vorbild seiner Heimat, wo die öffentliche Hand inzwischen mehr als 10.000 Konzessionen vergibt, auf die europäische Ebene übertragen. „Wir wollen, dass sich alle Firmen, vor allem kleine und mittlere, in den anderen EU-Staaten um Konzessionen bewerben können.“
Hier verschleiert EU-Kommissar Barnier die Tatsachen, denn die kommunalen Versorger beschäftigen genauso Menschen, und unterliegen im Gegensatz zu den privaten Unternehmen nicht dem enormen Gewinndruck. Denn, sind derartige Privatisierungen wirklich gut? Immerhin hat man beispielsweise in Berlin mit der Privatisierung der Wasserbetriebe schon schlechte und teure Erfahrungen gemacht, wie damals die linksalternative Berliner Tageszeitung „taz“ ausführlich aufdeckte. Und viele weitere Städte (wie Bremen, Essen, Höxter, Gelsenkirchen, Dresden, Schwerin, Goslar, Cottbus oder Rostock) haben ihre Wasserversorgung ebenfalls ganz oder teilweise privatisiert. Und das wahrscheinlich mit ähnlichen Verträgen, welche den Privatunternehmern ordentliche Gewinne zu Lasten der Bürger versprechen.
Aber nicht nur die zu erwartenden Preiserhöhungen sind problematisch, sondern auch die Tatsache, dass bei den privaten Versorgern mehr auf die Gewinne geschaut wird, als auf (notwendige) Investitionen. Matthias Schmitt, Leiter der Abteilung Wasser bei der Rhein Energie drückte das so aus: „Bei uns geht es nicht in erster Linie um Rendite, sondern um die Versorgung der Bürger mit erstklassigem Trinkwasser. Zudem kümmern wir uns auch um den Gewässer- und Naturschutz“. Sicher, es gibt auch unter den kommunalen Wasserversorgern schwarze Schafe – aber dort können wenigstens die Bürger noch per Wahlzettel eingreifen.
Diese beiden aktuellen Beispiele zeigen deutlich auf, wie sehr die EU-Kommission auf die Vorschläge und Wünsche der Lobbyisten eingehen. Manche Lobbyistengruppen arbeiten sogar selbstständig komplette Vorlagen für Verordnungen und Gesetze aus, welche dann immer wieder ohne Veränderungen von der EU-Kommission adaptiert werden. Diese Entwicklung ist deshalb so gefährlich, weil inzwischen immer mehr Teile des geltenden Rechts aus Brüssel kommen. Zwar liegt der quantitative Anteil an „EU-Gesetzen“ derzeit bei etwa 10% aller gültigen Gesetze, doch bei den (wichtigeren) sogenannten „Stammgesetzen“ beträgt der EU-Anteil mit steigender Tendenz über 40%.
Besonders viel Macht besitzt die Lobby der europäischen Lebensmittelindustrie, welche mit rund 274.000 Unternehmen, einem Jahresumsatz von fast einer Billion Euro und mehr als vier Millionen Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber in Europa ist. Weil die Gesetzgebung im Lebensmittelsektor aufgrund des gesamteuropäischen Marktes schon lange in Brüssel gemacht wird, ist die Branche seit Jahrzehnten in Brüssel vertreten, gilt als besonders gut vernetzt und steht seit einiger Zeit unter besonderer Beobachtung. Seit 2012 firmiert ihr wichtigster Verband unter dem Namen FoodDrinkEurope (FDE).
Diese Lobbyorganisation wird immer wieder zurecht von europäischen Verbraucherschützern kritisiert. Momentan vor allem deshalb, weil die Europäische Kommission die Chefin der FDE, Mella Frewen, als Kandidatin für den Vorstand der EU-Lebensmittelbehörde EFSA vorgeschlagen hatte. Hier darf man sich die Frage stellen, ob da nicht eventuell sogar Gelder geflossen sind, oder etwa nicht? Eine engagierte Lobbyistin der Lebensmittelindustrie in der wichtigsten europäischen Verbraucherinstitution, welche unter anderem gentechnisch veränderte Nahrungsmittel auf ihre Sicherheit untersucht, das ist für viele absolut untragbar. Zurecht. Vor allem deshalb, weil Frau Frewen bis ins Jahr 2007 für Monsanto gearbeitet hatte und dort für die Regierungsbeziehungen in Europa zuständig war.
Ähnlich kritisch ist der Gesundheitsbereich: Hier locken Milliardengewinne für die Pharmakonzerne, welche durch ein Heer von Lobbyisten versuchen, Gesetze zu beeinflussen, Reformen zu verhindern, oder auch einfach nur die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Immerhin ist der umfangreiche Pharmasektor der am stärksten regulierte Wirtschaftsbereich Europas, so dass jede kleine Gesetzesänderung im 300 Milliarden Euro Markt schnell zu Verlusten in mehrstelliger Millionenhöhe führen können.
Man kann dabei durchaus behaupten, dass schlussendlich lediglich ein paar tausend Menschen (Kommissare, Beamte und Lobbyisten) in Brüssel und den europäischen Hauptstädten über das Schicksal und das Leben von rund 500 Millionen Menschen in ganz Europa bestimmen. Eine sehr ungute und zutiefst undemokratische Situation, welche zu vielen negativen Folgen für die Menschen führt.
Das große Problem hierbei liegt ja nicht darin, dass diverse Interessengruppen versuchen, ihre Kenntnisse und ihr Wissen in den Gesetzgebungsprozess einzubringen, sondern die Umstände wie und für wen sie es machen. Denn wenn beispielsweise nur noch Agromultis und Lebensmittelkonzerne ihren Einfluss auf die Gesetze zur Lebensmittelsicherheit geltend machen können, während beispielsweise die Verbraucherschützer kaum Einfluss haben, läuft etwas deutlich verkehrt. Immerhin sollte sich die Politik mehr Sorgen um die Unbedenklichkeit der Nahrungsmittel hinsichtlich des Verzehrs durch Menschen machen, als sich vor den Karren jener Industrie spannen zu lassen, deren Ziel es ist, möglichst günstigen und ungesunden „Chemiefraß“ zu produzieren, der auch noch möglichst teuer verkauft werden soll. Zum finanziellen Wohl der Aktionäre, und zum Schaden der Konsumenten.
Das Selbe gilt auch für den Bereich der Pharmaprodukte, in dem die Pharmaindustrie mehr Gewicht hat als die Gesundheitsschutzorganisationen. Aber auch die mächtige Agrarlobby samt Bauernvertreter setzen sich oftmals gegen Umwelt- und Tierschützer durch, wie auch der jüngste Fall in Österreich zeigte, bei dem Landwirtschafts- und Umweltminister(!) Berlakovich über die „Bienenaffäre“ stolperte.
Ein Buch von mir, welches Sie ebenfalls interessieren könnte: Raus aus dem Euro – Rein ins Vergnügen? (auch als E-Book erhältlich)

Gold und Silber - jetzt kaufen?

Wenn man sich die aktuelle Entwicklung des Goldpreises ansieht, dann könnte man glauben, dass der Preis des Edelmetalls bald schon neue Tiefen erreichen könnte. Nach einem Höchststand von rund 1920 US-$ je Unze, ging es mit dem Preis wieder bergab – auf inzwischen rund 1350 US-$. Auch der Silberpreis steht seit über einem halben Jahr massiv unter Druck: Vom Höchststand im Oktober 2012 (rund 35 US-$ je Unze) fiel der Preis auf nunmehr noch rund 22 US-$. Ein Wertverlust von knapp 40%.


Allerdings muss man bedenken, dass die Preise nicht unbedingt die realen Verhältnisse widerspigeln, zumal der Hauptteil des Handels auf "Papiergold" beruht. Während Anleger (und Spekulanten) Haufenweise ihr Papiergold loswerden wollen, boomt die Nachfrage nach phyischem Gold. Sowohl diverse Notenbanken (z.B. Russland) als auch private Goldkäufer (v.A. Inder und Chinesen) treiben die physische Nachfrage nach dem gelben Edelmetall nach oben.



Aber auch in Europa erfreut sich das Gold in Form von Barren und Münzen größter Beliebtheit bei den privaten Anlegern. Kleinere Summen werden hingegen auch in Silber investiert, wobei es sich (zumindest für Österreicher) noch in diesem Jahr lohnt, in die benachbarte Bundesrepublik zu fahren, da derzeit noch der günstigere Mehrwertsteuersatz gilt. Doch damit wird es 2014 vorbei sein.

Grundsätzlich sollte man jedoch bedenken, dass es als "Kleinanleger" und "Kleinsparer" nicht viel Sinn hat, mit den Edelmetallen zu spekulieren. Gold und Silber kauft man, damit man es hat. Sozusagen als absoluter Notgroschen, denn für die beiden Edelmetalle bekommt man immer etwas (wenngleich auch keine Zinsen oder Dividenden) – ganz im Gegensatz zu den diversen bedruckten Zetteln (Geldscheine, Banknoten, Aktien und Anleihen), welche eigentlich nur eine Art von Zahlungsversprechen darstellen, allerdings jederzeit auf ihren "inneren (Papier-)Wert" fallen können.

Aus diesem Grund könnte man durchaus sagen, dass es momentan angesichts der fallenden Preise ein guter Zeitpunkt dafür wäre, etwaigen Geldreserven etwas mehr Glanz zu verleihen. Wer weiß schon, wie lange das europäische "System Bankenrettung" noch funktioniert, und wie lange das Versprechen von den "sicheren 100.000€" noch zu halten sein wird. Immerhin sitzen die europäischen "Bad Banks" auf rund 1 Billion Euro an Müllderivaten, wie die DWN berichteten.



Ich persönlich halte es in Sachen Gold (und Silber) da doch sehr ähnlich wie Nikolaus Jilch, welcher in seinem hervorragenden Blog "Goldjournal" auf der Webpräsenz der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" die perfekte Gleichung aufstellt: Gold + Licht = Glanz. Allerdings sehe ich darin eben auch ein hervorragendes Wertaufbewahrungsmittel. Immerhin rosten Gold und Silber nicht, sie können nicht beliebig vermehrt werden, und egal wie der Marktpreis auch gerade liegt: Wenn es unbedingt nötig ist, dass man etwas Geld braucht, bekommt man immer einige Scheinchen dafür. Egal ob auf den Scheinchen dann Schilling, Euro, Dollar, Franken oder Yen steht.

Mein persönliches Fazit: Wer es sich leisten kann, sollte die günstigen Preise dafür nutzen, einen Teil seiner Ersparnisse in Gold und Silber anzulegen. Nicht um damit zu spekulieren, sondern um sich ein kleines, sicheres Finanzpolster anzulegen, welches immer einen gewissen Wert behält. Und wenn man es nie braucht, freuen sich zumindest die Erben, welche darin dann hoffentlich auch eine glänzende finanzielle Notreserve sehen.

Buchtipp: Wenn der Bankencrash kommt – Wie Sie Ihre Ersparnisse retten können (auch als E-Book um nur 2,68€ erhältlich)